Wirtschaftsmediation - Keine Methode sondern Strategie

Das Jahr neigt sich nun unaufhaltsam dem Ende zu und so nutze ich die Zeit, einmal über das Thema Wirtschaftsmediation zu reflektieren. Es ist doch immer wieder erstaunlich, fällt mir dabei auf,  wie schwer verdaulich das Thema immer noch ist. Viele Diskussionen, dich ich dieses Jahr geführt habe, drehten sich um Konflikte, teilweise sogar schon recht massive Konflikte am Arbeitsplatz oder aber in der Familie. Wenn ich dann insbesondere bei den arbeitsplatzbezogenen Fällen nachfragte, ob die Beteiligten schon einmal über die Durchführung einer Mediation nachgedacht haben, schaue ich in zunächst verdutzte Gesichter bis dann 

schnell und sehr eindeutig die Aussage "mit dem kann man doch sowieso nicht reden" fällt. Wer sich ein wenig mit Mediation im Allgemeinen und mit Wirtschaftsmediation im Speziellen auseinander gesetzt hat, der ahnt hier sicherlich, dass die Beteiligten schon so tief im Konflikt stehen und den Glaslschen Tunnelblick haben, dass freiwillig eine solche Option gar nicht in Betracht gezogen wird.

Doch woran liegt das nun. Ist es der unbedingte Wille, zu gewinnen oder besser, den anderen verlieren zu sehen? Ist es der Wunsch, den Anderen zu vernichten (zumindest bildlich gesprochen)? Oder ist es die Scheu, sich mit dem Anderen an einen Tisch setzen zu müssen, obwohl sich dadurch deutlich bessere und selbstbestimmtere Lösungen erreichen lassen?

Die Diskussionen lassen keinen eindeutigen Schluss zu, außer, dass klar ist, dass der Konflikt selbst die Beteiligten schon daran hindert, klar und reflektiert über diese Option (die schneller, effektiver und vertraulicher ist als jeder Gang vor Gericht) überhaupt nachzudenken.

Umso mehr wird deutlich, dass Wirtschaftsmediation nicht einfach nur eine Methode ist, sondern eine Auffassung, eine Strategie. Entscheide ich mich, die Wirtschaftsmediation als ersten Schritt zur Konfliktlösung im Unternehmen zu etablieren dann demonstriere ich damit eine klare Haltung zum respektvollen Umgang miteinander, zur offenen Aussprache und zum vertrauensvollen Umgang mit Ressourcen (Mitarbeiter wie auch Kapital und Zeit). Damit hebt sich jedes Unternehmen ab, demonstriert klare Handlungsgrundsätze, Vertrauen und Rückhalt gleichermaßen. Das Betriebsklima erfährt positiven Einfluss, die Mitarbeiter sind motiviert und können trotz Konflikten schnell zur Produktivität zurück finden.

Diejenigen, die eine Wirtschaftsmediation durchlaufen haben, verstehen zudem, dass es oft kleine Dinge sind, mit denen es anfängt, vermeidbare Dinge, Missverständnisse und mangelndes Zuhören.

Als guter Vorsatz für das neue Jahr lege ich Ihnen daher wärmstens ans Herz, den Einsatz der Wirtschaftsmediation in Betracht zu ziehen bevor Sie rechtliche Schritte ergreifen. Es gibt auch gute Möglichkeiten, Mediation als Standardklausel in Arbeits-, Gesellschafter-, oder Dienstleistungs- und Kaufverträge aufzunehmen und so bereits präventiv auf die Wirtschaftsmediation zu bauen.

Wäre das nicht eine gute Tat für einen erfolgreichen Start in das neue Jahr?

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