Personal Branding für Führungskräfte

Als Führungskraft ist man ja mit vielen Herausforderungen beschäftigt, nicht nur fachlicher und inhaltlicher Natur, sondern auch oft mit zwischenmenschlichen Themen im Team oder in der gesamten Organisation. Wann nimmt man sich da die Zeit, sich einmal selbst zu begegnen. Einmal im Jahr ein Performance Gespräch zu führen reicht dafür nicht aus.

So habe ich kürzlich mal wieder eine Abfrage unter Kollegen, Freunden und Kunden gemacht und wollte wissen, wie sie mich beschreiben würden, was mich ausmacht. Die verschiedenen Blickwinkel und Perspektiven sind eine echte Bereicherung. So habe ich nun ein sehr aktuelles und umfassendes Bild davon, wie ich von meiner Außenwelt wahrgenommen werde. Das ermöglicht mir nun, darüber nachzudenken, ob sich dieses Bild damit deckt, was ich nach außen darstellen möchte. Gerade als Führungskraft und auch als Unternehmer, muss man sich diese Frage immer wieder stellen. Dabei ist für mich besonders wichtig, mich weiter zu entwickeln und dabei authentisch zu bleiben.

 

Feedback ist wertvoll, für unsere eigene Entwicklung unabdingbar, und der Brunnen für Inspiration und Ideen, wenn wir es zulassen.  können unser Profil schärfen, entdecken Fähigkeiten und Fertigkeiten, die wir sehr gut können und andere, die wir noch weiter entwickeln wollen. 

Für mich war beispielsweise eine wichtige Erkenntnis in meiner diesjährigen Umfrage, dass ich als vertrauensvoll und nahbar wahrgenommen werde, eine Eigenschaft, die für mich als Wirtschaftsmediatorin, Moderatorin und Coach von essentieller Bedeutung ist. Ich freue mich daher, dass ich an dieser Stelle meinem eigenen hohen Anspruch in der Außenwelt gerecht werde. Des Weiteren gab es einen starken Fokus auf Motivation und Engagement in meiner Arbeit. Ich ziehe viel Kraft daraus, denn so weiß ich, dass meine Arbeit und mein persönlicher Einsatz auf Augenhöhe gewertschätzt wird.

Dies sind nur zwei Beispiele, es gibt noch viele mehr. So kann ich mich nun als Führungskraft und Unternehmer klar positionieren, meine Stärken betonen und Blinde Flecken bearbeiten und versuchen aufzulösen. Das Feedback wird mir immer wieder helfen, mich zu verorten. Ich kann meine eigene "Marke" entwickeln mit einem "Produktversprechen". Damit kreiere ich nicht nur einen guten ersten Eindruck, sondern nachhaltig positive Wirkung.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anja Gstoettner (Freitag, 30 Dezember 2016 12:39)

    Vielen DANK, dass Sie uns an Ihrem Feedbackprozess teilhaben lassen. Es ist in der Tat so wichtig, Feedback (FB) zu erhalten, sich daran zu überprüfen, Selbst-/Fremdbildabgleich und auch weiter an sich zu arbeiten. Wie ist in diesem sehr offenen Rueckmeldeprozess die Werthaltigkeit der Rueckmeldungen Ihrer Entwicklungsfelder verlaufen? Nach meiner Erfahrung dauert es auf dem Weg zu einer offenen Rueckmeldekultur doch eher sehr lange, bis allseits das Vertrauen da ist, auch kritische Punkte klar zu benennen. Dann auch exakt sollte das Vertrauen auch so genutzt werden, dass ein lebendiges und laufendes FB funktioniert - das ganze Jahr über und nicht nur, wenn explizit erfragt. Ich biete meinen Führungskräften hier eine Begleitung ueber die unterschiedlichen FBStufen bis hin zu einer gelebten Kultur.

  • #2

    Antonia Jennewein (Freitag, 30 Dezember 2016 18:08)

    Es ist vollkommen richtig, dass Feedback zu jederzeit erfolgen sollte, dann wenn die Beispiele frisch sind, keine Frage, vor allem im betrieblichen Umfeld der täglichen Zusammenarbeit. Mein Ansatz geht weiter. Natürlich haben die Mitarbeiter, die unmittelbar für eine Führungskraft arbeiten, den direkten Einblick, gleichzeitig ist dieser doch auch beschränkt auf aktuelle Rahmenbedingungen. Mein Ansatz greift das auf und ist somit ergänzend zum laufenden Feedback zu sehen. Beim Feedback für ein, nennen wir es "Leadership Branding" geht es eher darum, mal über einen längeren Zeitraum Bilanz zu ziehen, Feedback von Menschen aufzugreifen, die einen aus verschiedensten Lebenssituationen kennen und vor allem aktuell nicht mehr für die Führungskraft arbeiten. Das ermöglicht einen viel breiteren Blick und einen diversifizierten.
    Das hat den Vorteil, dass die benötigte Vertrauensbasis und auch die manchmal notwendige Distanz für den klareren Blick gegeben sind. Das Feedback wird klarer und durchaus ausgewogener. Damit ist die Werthaltigkeit auch extrem hoch. Es erfordert natürlich eine offene Herangehensweise der Führungskraft an das Thema Feedback, denn sie muss Personen auswählen, die Feedback geben und eben nicht nur gutes sondern auch durchaus kritisches.
    In meinem Fall war es vor allem interessant, wer was beigetragen hat. Natürlich gab es einen roten Faden. Und gleichzeitig gab es Feedback, mit dem ich gar nicht gerechnet habe und vor allem nicht von der entsprechenden Person. Man beginnt ganz anders zu reflektieren. Aus dem ganzheitlichen Bild aller Rückmeldungen kann dann die Führungskraft für sich ermitteln, wo die Stärken und wo eventuelle Schwachpunkte liegen. Wenn man diese abgleicht mit der gewünschten Außenwahrnehmung, dann wird sehr deutlich, was zu tun ist, um eine "Leadership Brand" mit einem entsprechenden "Produktversprechen" verkörpern zu können.