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Wie wir besser mit schlechten Erfahrungen umgehen können

Zum Leben gehören schlechte Erfahrungen und Erlebnisse genauso wie gute. Natürlich bevorzugen wir die guten. Sie lassen in uns positive Gefühle entstehen, und schöne Erinnerungen. Die schlechten finden wir lästig, unangenehm und wir sind froh, wenn sie vorbei sind. Doch wenn wir jeder für uns einmal zurück blicken auf unser Leben und unsere Entwicklung, dann sind die schlechten Erfahrungen wie ein Regentag. Sie sind zwar trüb und trist und lassen die Welt dunkel und ausladend aussehen, aber ohne sie wüchse das Gras nicht.

 

Doch wie lassen uns unsere schlechten Erfahrungen über uns hinaus wachsen? Hier drei Tipps, die es leichter machen:

 

1) Schlechte Erfahrungen annehmen

Tief in uns drin suchen wir nach Harmonie und Zufriedenheit. Sie geben uns Sicherheit und Geborgenheit. Doch wenn mal etwas ganz anders läuft als geplant, wir in schwierigen Situationen stecken oder wir Fehler machen und (vermeintlich) falsche Entscheidungen treffen, dann grämen wir uns. Wenn wir uns in diesem Moment laut sagen, dass es sich nur um einen Regenguss handelt, der Ihnen hilft weiter zu wachsen und der unweigerlich dazu gehört zum Kreislauf unserer Entwicklung, dann fällt es uns leichter, schlechte Ereignisse anzunehmen und keinen ewigen Groll davon zu tragen.

 

2) Ihre Realität wählen

Versuchen Sie das nächste Mal ein negatives Ereignis bewußter wahrzunehmen und genauer zu betrachten. Statt nach der Schuld zu suchen, nehmen Sie das Ereignis an als etwas, das Ihnen hilft, zu lernen. Das ist leichter gesagt als getan und doch wird es mit jedem mal leichter. Es geht nicht darum, dass es Ihnen sofort gelingt, es geht darum, zu versuchen einen anderen Zugang zum Ereignis zu bekommen. Schreiben Sie beispielsweise eine Liste mit zwei Spalten: "Was alles Schlechtes passieren kann" und "Was alles Gutes passieren kann" Dann schneiden Sie den Zettel in der Mitte zwischen den zwei Spalten auseinander. Verbrennen Sie die Liste mit den negativen Folgen und behalten Sie die Liste mit den positiven Folgen zu Ihrer Erinnerung. Ihr Blick auf das Ereignis wird sich verändern und damit wird auch das schlechte Gefühl langsam dem Optimismus weichen. Und Sie können dann entscheiden, was zu tun ist, damit die positiven Folgen auch eintreten. Sie wählen also mit Ihrem Umgang mit der jeweiligen Situation, wie Ihre Realität aussehen soll.

 

3) Schlußfolgerungen ziehen

In manchen Situationen reagieren wir automatisch und oft stellen wir im Nachhinein fest, dass wir das so in der Form gar nicht wollten. Regelmäßiges Reflektieren und Auseinandersetzen mit den eigenen Verhaltstriggern hilft, dass wir bewußter entscheiden können, wie wir reagieren wollen. So können wir die negativen Auswirkungen einer Situation nachhaltig reduzieren. 

 

Einer meiner Coachees kam vor ein paar Jahren mit genau einer solchen Fragestellung zu mir. Viele seiner Verhaltensweisen gingen auf "schlechte Erfahrungen" in seinem Leben zurück. "Wenn einmal einer unser Vertrauen missbraucht können wir niemandem mehr vertrauen." ist ein klassisches Beispiel, das ich immer wieder von Führungskräften höre. So ging es auch meinem Coachee eine ganze Weile bis er erkannte, dass er damit nicht nur allen vertrauenswürdigen Teammitgliedern unrecht tat und sie durch Mikromanagement in die Versagerfalle schickte, nur weil er durch eine Erfahrung plötzlich allen Mistraute. Eine unglückliche Situation, denn dadurch hing der Teamsegen sehr bald sehr schief. Erst im Coaching wurde ihm klar, welche Auswirkung sein Umgang mit schlechten Erfahrungen für das ganze Team hatte. Als wir begannen, daran zu arbeiten, seine Perspektive zu wechseln und eine neue Haltung gegenüber solchen Erfahrungen und den damit verbundenen Bewertungen zu finden, begann sich das Blatt zu drehen und nicht nur er wuchs über sich hinaus, sondern das ganze Team konnte mit Rückschlägen und Fehlern ganz anders umgehen.

 

Es braucht nicht viel, damit das Gras wachsen kann. Nur ein bisschen Regen und ein Perspektivenwechsel.